Einweihung unseres neuen Sägewerkes „SEO-Anlage“

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Liebe Gäste,
sehr geehrter Landrat Schwickert,
sehr geehrte Vertreter der Gemeinde,
liebe Nachbarn,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Partner bei Planung, Bau- und Konstruktion,

heute feiern wir einen Tag der offenen Tür in einem ganz besonderen Rahmen.
Gefühlte 10 Jahre nach der ersten Idee, 3 Jahre nach dem konkreten Umsetzungswunsch und genau 1 Jahr nach dem Baubeginn dürfen wir heute die Entstehung der ersten Fertigprodukte aus unserem neuen und irgendwie andersartigen Sägewerk verfolgen.

Meine Mutter sagte noch im letzten Winter, als es ihr mal nicht so gut ging: "Hoffentlich erlewen Ech dat noch, de Wöndmüll und dat Sejewerk!"
Heute freut es mich ganz besonders, dass Du, liebe Mama, Dich wieder "berappelt" hast und bei der Einweihung von Windrad und Sägewerk dabei bist. Wie gerne hätte ich es auch meinem Vater Kurt gezeigt, dem die Dinge nie innovativ und modern genug sein konnten.

Was hier geleistet wurde ist der Verdienst von ganz vielen Menschen. Menschen, die keine Angst haben und aus Begeisterung und mit Mut die Dinge vorantreiben. An meiner Seite die zuverlässigen und treuen Co-Piloten Daniel Rahn und Jörg Thielmann. Ohne Euch hätte ich den Mut nicht gehabt. Daher sage ich ganz besonders Danke und es freut mich, dass Daniel Rahn meiner Anfrage folgt und zukünftig als Prokurist an meiner Seite steht.

Es sind die Mitarbeiter, die im laufenden Geschäftsbetrieb das neue Werk mit aufgebaut haben und zugleich den neuen Kollegen die nötige Einweisung in den bestehenden Anlagenpark gegeben haben. Tolle Leistung von Euch allen und auch ein herzliches Dankeschön an Eure Familien, die durch Rücksichtnahme und Flexibilität zum Gelingen beigetragen haben.

Es gilt ein ganz besonderer Dank an die mitwirkenden Unternehmen, die die 8,5 Mio. € Gesamtinvestition in echte Hard- und Software umgewandelt haben. Es gab viele Herausforderungen, denn durch eine verzögerte Genehmigungserteilung hatten wir plötzlich mit einer Winterbaustelle zu kämpfen. Damit das Problem gelöst wird, braucht man Westerwälder Spezialisten. Fast das gesamte Geld haben wir sehr regional ausgegeben und somit auch hier für regionale Arbeitsplätze gesorgt. Seit vielen Jahren arbeiten wir fast ausschließlich mit den gleichen Partnern zusammen. Wenn ich heute nochmal neu zu vergeben hätte, würde ich fast alle Unternehmen wieder wählen. Das ist gut so und ich freue mich auf zukünftige Projekte. Wie sagte Joachim Reuscher vom gleichnamigen Tiefbauunternehmen, wenn schnell und unkompliziert ein Problem behoben wurde: "Mir wünn jo noch mo wirrer kumme!"

Genau wie er halten wir es auch mit unseren Kunden. Wir sind stolz auf mehr als 80'% Stammkunden. Der Vorteil unserer Holzpellets: Die werden jedes Jahr wieder neu gebraucht! Das kann ich der Fa. Reuscher und Koch aber nicht versprechen :-)

Mein ganz besonderer Dank gilt aber nicht nur den vielen Maschinenlieferanten, deren Kunst und Leistungsfähigkeit sich vermutlich erst in den nächsten 2-5 Jahren richtig herausstellt. Mein Dank gilt auch dem Ingenieurbüro Hain u. Partner. Hier ganz besonders Frau Roßbach. Am Anfang habe ich gedacht, die Frau bringt mich auf die Palme in ihrer irgendwie unbeschreiblichen Art. Im Laufe des Projektfortschrittes lernten Daniel Rahn und ich sie immer mehr schätzen und der wahre Wert ihrer Erfahrung kam immer mehr ans Licht. Heute sind wir uns ganz sicher: Alles ist stabil von ihr als Statikerin ausgelegt. Danke, liebe Frau Roßbach.

Was ist das eigentlich hier geworden? Es ist das ausgelagerte Technikum der Fa. Rudnick und Enners. Uns trennt nur noch das Tal der Nister! Ansonsten seid Ihr Rudnicks ja alle hier schon fast zu Hause. Burkhard und Swen Rudnick sind Unternehmer ohne Furcht und immer offen für Innovationen. Mir sprudelt eine Idee aus dem Hirn und die beiden, mit deren wunderbaren Mitarbeitern setzen es kurzfristig um! Herzlichen Dank!

Damit aber am Ende das Konzept die jetzige Gestalt angenommen hat, möchte ich auch meinen Freunden und nun neuerdings „Sägewerkskollegen“ – Ulf Hassel und Gangolf Hosenfeld meinen Dank zum Ausdruck bringen. Beide haben mir vielerlei Fragen beantwortet und mich an die Hand genommen. Dir lieber Gangolf gilt ein ganz besonderer Heldenorden, denn Du hast nicht nur Dein durch einen Großbrand zerstörtes Werk wieder aufgebaut und in Rekordzeit zum Laufen gebracht. Du hattest trotz dieser vielfältigen Aufgaben immer ein offenes Ohr und Zeit für mich! Unfassbar!

Tja, gute Ideen zu haben ist eine Sache! Geld dafür eine andere. Das Vertrauen meiner Gesellschafter, meiner Familie, der Nassauischen Sparkasse im Verbund mit der Sparkasse Westerwald-Sieg sind eine besondere Auszeichnung.

An dieser Stelle möchte ich aber auch unbedingt das Engagement und die Förderung durch das Umweltbundesamt zum Ausdruck bringen. Ohne die 1,9 Mio. € wäre der Startschuss für das Projekt in einer extrem vereinfachten Version erfolgt. Darüber hinaus gilt der Dank auch unseren treuen Stromkunden, die durch ihren Strombezug bei uns in den Topf des "Grüner Strom Labels" einzahlen. Dieses Geld wurde nun in Höhe von 750.000 € in das Projekt investiert. Somit geht mein Dank an unsere Stromkunden und auch an die Gremien des "Grüner Strom Labels" in Bonn, durch deren Zertifikat wir glücklicherweise regelmäßig von ÖKO-TEST in den ersten Rang gehoben werden.

Sie alle wissen, dass mir die Themen Energiewende und Ressourceneffizienz extrem wichtig sind. Die Wurzel unzähligen Übels liegt im weltweiten Energielobbyismus für fossile und nukleare Energie. Wir transferieren aus Europa das Geld in die Länder, die alles andere als demokratisch strukturiert sind. Mit unserem Geld für Öl und Gas werden Waffen gekauft und wir beobachten eine neue weltweite Völkerwanderung. Mit unserem Geld für Öl, Gas und Kohle verändert sich das Klima und noch mehr Menschen sind zum Verlassen Ihrer Heimat gezwungen.

Ich stehe hier und kämpfe mit meiner gesamten unternehmerischen Kraft für eine Dezentralisierungen und Demokratisierung der Energieversorgung. Jedes Windrad, jede Photovoltaikanlage und jeder kleine Pelletofen trägt dazu bei, die Demokratisierung und Dezentralisierung der Energieversorgung nach vorne zu bringen. Allen, die an diesem Projekt als Lieferant, Mitarbeiter oder Kunde beteiligt sind, gebührt mein Dank.

Vielmehr bewegt mich und verursacht in mir ein Bauchgrummeln die teilweise haarsträubende Ignoranz. Als Paradebeispiel ist die Installation einer neuen Öl-und Gasheizung in einem benachbarten großen Schulzentrum. Seit 17 Jahren sind wir hier aktiv mit Holzpellets und mit grünem Strom. Zahllose wirtschaftliche Vorschläge und Versuche von meiner Seite wurden bis dahin niedergeschmettert. Diese Entscheidung ist weder ökologisch noch ökonomisch, denn zum Vergleich wurde die Ausschreibung derart gestaltet, dass die ökologische und heimische Pelletheizung gar nicht gewinnen konnte. Kurzum, es ist beschämend und widerspricht jeglicher Logik und Vernunft.

Zum Glück gibt es Sie, die anders entschieden haben und dafür sorgen, dass wir das Holz der Region verarbeiten dürfen und mehr als 50 Familien ihren Lebensunterhalt hier in Langenbach mit erneuerbaren Energien verdienen können.

Sie befinden sich heute alle hier auf dem gemeinsamen Gelände meines Bruders Thomas und mir. Er sorgt für weitere 80 Arbeitsplätze in der Logistik und wir teilen uns das Gelände hocheffizient. Die Zusammenarbeit ist perfekt und Thomas hat auch immer ein Auge auf meine Angelegenheiten. Danke Dir, lieber Thomas.

Unser SEO Projekt dient der langfristigen Standortsicherung. Familienunternehmen denken nämlich nicht in Wahlperioden und in 5 Jahres – Einheiten, wie Konzernchefs. Wir überlegen, wie wir die nächsten 15 – 20 Jahre gestalten können. Das zeichnet den Mittelstand aus. Man sagt, dass durch einen industriellen Arbeitsplatz noch 3 fach so viel Arbeitsplätze im Umfeld geschaffen werden und somit freue ich mich, diese hochmoderne Anlage zur effizienten Rohstoffnutzung seiner Bestimmung übergeben zu dürfen.

Etwas aufklären möchte ich aber auch noch: Viele Menschen wundern sich über unsere Investition an diesem Standort, wo es doch ein Sägewerk in der direkten Nachbarschaft gibt und die Familien auch noch eng verwandt sind. Das stimmt, aber am Ende muss eine Zusammenarbeit mit allen Familienmitgliedern harmonieren und ähnliche Werte müssen einen verbinden. Da dies trotz einer langen Versuchsphase nicht gelungen ist, habe ich mich zu dieser Investition hier am eigenen Standort entschieden, mit den ganz klaren Rahmenbedingungen, dass wir nicht die gleichen Rohstoffqualitäten bearbeiten und auch nicht aufs gleiche Kundensegment einwirken. Diejenigen, die jetzt gerne hören und sehen würden, dass der Eine den Anderen kaputt machen wird, den muss ich somit enttäuschen. „Jeder macht sein Ding!“, war die Aussage von nebenan.

Unser neues Sägewerk ist abgestimmt auf das Rohstoffangebot der Region und auf das Holzabsatzpotential in der Region. Wir haben hier die glückliche Situation im Westerwald, dass die Lage zwischen den Ballungsräumen Rhein-Ruhr und Rhein-Main für einen stetigen Absatz und unsere nachhaltig und ökologisch bewirtschafteten Wälder für einen dauerhaften Zufluss von Rohstoff sorgen.


Ich danke für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit und wünsche uns allen ein herzliches Glück Auf!

Ihr Markus Mann

 

Einweihung der Windkraftanlage VT 110 – „Repowering – Oberdreisbach“.

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Sehr geehrte Gäste,
liebe Nachbarn aus Friedewald, Weitefeld und Langenbach,
liebe projektbeteiligte Partner, Unternehmer, Berater,
liebe Entscheider aus Politik und Wirtschaft,
sehr geehrter Landrat Lieber,
liebe wohlwollende private und kommunale Grundstückseigentümer,
liebe Mitglieder unserer Wäller Energiegenossenschaft,

ja, Sie sind alle gemeint, denn jeder auf diesem Platz hat irgendwie etwas mit der Anlage zu tun, auch wenn er die Anlage nur als vorbeifahrender Mountain-Biker sieht. Ihnen allen gebührt ein großes Dankeschön, denn wir stehen nach sieben Jahren Planungs- und Genehmigungsphase am Fuße dieser wunderschönen Windkraftanlage, auf den Höhen des Westerwaldes.
Ja, schön! Denn schön ist was gefällt. Für eine Vielzahl von Menschen gilt dies, das habe ich lernen dürfen während der gesamten Bauzeit im Gespräch mit zahlreichen interessierten Bürgern.

Der bekannte Fernsehreporter und Buchautor
Dr. Franz Alt sagte anlässlich eines Besuches im Westerwald: "Jedes Windrad im Westerwald ist ein Friedenssymbol, denn um Wind wird kein Krieg geführt!"

Als ich seine Aussage hörte, gab ich ihm zu 100 % Recht, denn wer Energie importiert, exportiert die Umweltschäden in die Welt! Aus diesen Umweltschäden entstehen dann häufig Konflikte und Kriege. Der Klimawandel verändert das Gesicht der Welt und wir erleben derzeit den Beginn einer neuen Völkerwanderung. Es gibt einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Ernteausfällen, Bürgerkriegen und Flüchtlingsströmen. Der europäische Zusammenhalt ist fast zerbrochen an den Anfängen dieser neuzeitlichen großen Völkerwanderung aus Kriegsgebieten in Syrien und Hungergebieten in Afrika.

Dieses Windrad ist für mich ein ganz wesentliches Friedenssymbol, auch wenn es nur eines von ca. 26.000 Anlagen in Deutschland ist. Auf dieser Anhöhe im Westerwald, vorgelagert vor dem ehemaligen Militärgelände und Flüchtlingslager "Stegskopf", wurde ein Projekt im Landkreis des "Urgenossen - Friedrich Wilhelm Raiffeisen", konform seines Gedankengutes, gemeinsam mit 319 Bürgern, die vorwiegend aus dem nahen Umfeld zu dieser Anlage kommen, zum Erfolg gebracht.

-    Die Erdarbeiten von einem Team echter Wäller Urgesteine - Fa. Reuscher aus Rennerod, die kein Wind- und Wetter fürchten.
-    Die Fundamente aus Niederdreisbach von der Fa. Wengenroth.
-    Der Turm aus dem Siegerland von der Fa. Drössler.
-    Die Maschine, Flügel und die Verantwortung für die schlüsselfertige Lieferung vom Erdplanum bis zur Inbetriebnahme durch die Fa. Schütz aus Selters. An dieser Stelle möchte ich in den Unterwesterwald an die Firma Schütz mein ganz besonderes Dankeschön zum Ausdruck bringen, denn in den 25 Jahren meiner Tätigkeit als Geschäftsführer und Betreiber von vielfältigen technischen Anlagen, ist mir noch kein solches Unternehmen begegnet, in Bezug auf Präzision, Zuverlässigkeit, faire Partnerschaft und zugleich Bescheidenheit. Deren Mitarbeiter und Verhandlungspartner haben neue Maßstäbe gesetzt und der Westerwald kann stolz sein auf solche Unternehmen.
-    Aber was nützt eine Anlage ohne Steckdose? Der Netzanschluss an das Mittelspannungsnetz der Energienetze Mitte wurde von der ENM pünktlich an die Straße zwischen Oberdreisbach und Daaden verlegt. Dies geschah zeitnah und pünktlich unter der Federführung der ENM.
-    Die Finanzierung erfolgte durch 319 Bürger und Energieverbraucher der Region, die im Mittel 10.000 € investiert haben. Damit wurde jeder Genosse seiner Verantwortung als Verbraucher mehr als gerecht. Denn ein Genossenschaftsanteil von 1.000 € steht für eine Stromerzeugung von ca. 2.500 kWh/Jahr.
-    Das restliche Kapital von insgesamt 2,2 Mio. € stammt auch von Ihnen allen, den Bürgern der Region, da wir die Investition mit Hilfe der Kreissparkasse Westerwald Sieg realisiert haben. Unkompliziert und günstig.

Kurzum: Regionaler geht es nicht und ich kenne auch kein Windkraftprojekt, das in Deutschland lokaler strukturiert ist.

Ja, wie war die Aussage von Dr. Franz Alt: Kein Krieg wegen Wind?!?
Leider doch! An unserem Standort ging es noch recht vernünftig zu, denn der Dialog mit Bürgern, Nachbarn, Kommunalvertretern war zumeist sachlich, wenn auch extrem kompliziert und nur selten gab es unanständige verbale Ausfälle.

Man stelle sich vor, dass wir an diesem Standort bereits 2010 mit der Planung begonnen haben und Baubeginn durften wir erst am 20. März 2017 vermelden. 7 Jahre für einen Standort mit reichlich und sehr konfliktarmer Windkraft-Erfahrung.

Bereits 5 Monate nach dem ersten Spatenstich speisten wir die ersten grünen Kilowattstunden in das Netz ein und können nun den privaten pro Kopf Verbrauch von ca. 8000 Menschen mit dieser Anlage decken. Für jede der 8 Mio. kWh aus dieser technischen High-Tech Anlage müssen
0,8 kg Braunkohle in Weisweiler weniger verbrannt werden. Damit man sich vorstellen kann, was das für einen persönlich bedeutet: Eine Familie, die 4.500 kWh – Strom verbraucht, könnte sich zur Veranschaulichung jedes Jahr einen Sattelkipper von Abraum und Kohle in den Garten kippen lassen. Das ist nämlich die Menge, die anderenorts umgebaggert und verbrannt werden muss.

Ein Kohleblock im Rheinland pustet legal mehr Quecksilber durch den Kamin als alle in Deutschland installierten Energiesparlampen enthalten. Um diese Energiesparlampen wiederum wird ein „Entsorgungshype“ abgehalten und die Angstmache um das eben erwähnte Quecksilber sollte sogar das Verbot der traditionellen Glühlampe verhindern.

Trotz diesen drastischen Vergleichen wird an anderen Standorten der Region förmlich eine Hexenjagd gegen Befürworter dieser heimischen Windenergie veranstaltet. Die sich selbst ernannten Heimat- und Naturschützer sind aus meiner Sicht Egoisten ohne einen konkreten Alternativplan. Denn wo kommt deren Strom eigentlich her? Mit einem Durchschnittsalter von meist über 60 Lebensjahren protestieren diese Gruppen mit „Fake-News" á la Donald Trump gegen diese saubere Technologie und hinterlassen zugleich deren Atommüll und die Ewigkeitskosten der Kohleförderung unzähligen noch folgenden Menschengenerationen.

Jahrzehntelanges Ringen um den Klimaschutz hat zu einer bis heute einzigartigen Vertragsschließung in Paris geführt. 192 Staaten haben ein Abkommen geschlossen. "Pacta sunt servanda" - "Verträge soll man halten" sagen die Juristen.
Unter diesem Motto sollten wir alle die Vernunft walten lassen und uns an die Arbeit machen und uns nicht blenden lassen von Fake News. Daher fordere ich insbesondere die jungen Menschen auf, sich zu informieren und aktiv zu werden, denn es geht um Eure Zukunft und um die Zukunft Eurer Kinder.

Ganz zum Abschluss dieser Rede bedarf es noch Menschen in den Vordergrund zu stellen, mit denen ich jederzeit und immer wieder in den ökologischen Kampf ziehen würde. Sie haben mit: Ruhe, Geduld und Sachverstand, besonderen Gaben im Umgang mit anderen Menschen sowie mit viel Vertrauen das Projekt zum Erfolg geführt.

Ich spreche hier von dem Ingenieur und Vorstandskollegen an meiner Seite, Daniel Rahn aus Hirtscheid. Daniel hat kürzlich meinem Wunsch entsprochen und er wird als Prokurist mehr Verantwortung in meinem Energieunternehmen übernehmen. Weiterhin sage ich Dank unserem vielseitig und sozial engagierten Vorstandskollegen Günter Knautz aus Daaden, der mit viel Weisheit das Projekt mitentwickelt hat.
Zu guter Letzt hätte ich den Start nicht gewagt, wenn da nicht mein Projektpartner Rüdiger Buhl an meiner Seite gewesen wäre. Er und auch ich hätten nicht gedacht, dass die Projektentwicklung derart viele Stunden und Geld verschlingen würde.

Zu einer Genossenschaft gehören aber nicht nur die Vorstände, sondern auch der Aufsichtsrat, der uns Vorständen auf die Finger schaut und mit Sachverstand und viel ehrenamtlichen Engagement unsere Geschicke gelenkt und begleitet hat.
Vielen Dank an Helge Schmidt, Dr. Jürgen Weber, Rainer Gerhardus, Josef Mockenhaupt, Olaf Hess und Hans-Jürgen Hasse.

Wenn ich an dieser Stelle jemanden nicht erwähnt habe, dann nehme es mir nicht übel, denn so langsam bin ich urlaubsreif. Jemand, der es mir vermutlich übel nimmt, dass ich sie erwähne ist mein Vorstand und Aufsichtsrat daheim: „Meine liebe Frau Tanja!“.

Jetzt noch ein Wort an unsere vielen Genossen, die noch sehr jung sind. Dazu zählen natürlich auch meine Kinder. Lasst Euch keinen Bären aufbinden und macht Euch schlau! Sucht Euch sinnvolle Berufe, die die Menschheit weiterbringen und die Lebensgrundlage auf diesem wunderbaren blauen Planet erhält. Habt keinen verbissenen Tunnelblick und macht es wie der Adler, damit Ihr die Übersicht behaltet.

Ein Wunsch und eine Forderung an die Politik:
Lassen Sie sich nicht von den lauten Gegnern einschüchtern, sondern werden Sie Ihrer Verantwortung für kommende Generationen und nicht der kommenden Wahlperiode gerecht.
    
Zu guter Letzt und dann bin ich auch endlich fertig, obwohl mir noch so viel auf der Seele brennt:

Vor 26 Jahren im April haben wir meine erste Windkraftanlage nur ca. 1.000 Meter von hier in Langenbach errichtet. Damals gab es in ganz Deutschland noch keine 150 MW installierte Leistung und es waren direkt zwei Umweltminister zur Einweihung angereist.

Mit einer Flasche Sekt gegen den Turm startete die Karriere von meinem „fleißigen Lieschen“, das bis heute brav ihren Dienst verrichtet.

Heute habe ich eine Flasche Bier in der Hand! „Windbier aus Husum“. Daniel Rahn und ich haben die Flasche 2012 anlässlich der Messe in Husum erhalten. Daniel sagte damals, wenn unsere erste Anlage läuft, dann trinken wir dieses Bier.

Das Bier ist zwar nun schon ewig abgelaufen aber ich denke, ein Schluck bringt uns nicht um…

Es grüßt mit einem herzlichen Glück-Auf!

Euer Markus Mann

 

Hoher Besuch aus Mainz

Unter Begleitung von zahlreichen Gästen aus Politik und Forstwirtschaft, stattete die Rheinland-Pfälzische Umwelt-, Energie- und Forstministerin, Frau Ulrike Höfken dem Langenbacher Energieunternehmen MANN einen Besuch ab und informierte sich über die Wertschöpfungskette sowie die vielfältigen Varianten der erneuerbaren Energiequellen des Westerwälder Unternehmens.

Beeindruckt war Frau Höfken von der Fertigungstiefe und über das umfangreiche Tätigkeitsfeld der Unternehmensgruppe MANN. Mit einem klaren Statement positioniert Sie sich zur regionalen Wertschöpfung: „Rheinland-Pfälzer Verbraucher geben jährlich mehr als 5 Mrd. € für fossile Importenergie aus. Es wäre gut, wenn mehr erneuerbare Energien im eigenen Land genutzt würden und für sinnvolle und ökologische Beschäftigung sorgten!“

Markus Mann präsentierte stolz die aktuelle Investitionstätigkeit in ein hoch modernes Sägewerk, welches für weitere 12 Arbeitsplätze sorgt. „Die Verarbeitungskette vom runden Stamm bis zur Lieferung der Pellets in den heimischen Keller, haben Sie bei uns aus einer Hand. Da kann der Verbraucher sicher sein, dass er auch tatsächlich Westerwälder Holzpellets erhält und nicht irgendeine Importware gepanscht wird.“

Das neue Sägewerk sorgt nun für die stofflich-energetische Optimierung (SEO-Anlage) bei der Ausbeute von Rundholzabschnitten, die als nicht sägefähig definiert wurden. Im neuen Werk wird noch das „Filetstück“ für die heimische Verpackungsindustrie selektiert und damit auch zur Reduzierung von unnötigen LKW-Transportengesorgt.

Der Cluster Holz- und Forstwirtschaft beschäftigt in Deutschland mehr als 1,1 Mio. Menschen und ist stärker als Automobilindustrie- und der Maschinenbau. In Rheinland-Pfalz sind es mehr als 7.200 Betriebe, die vom und mit dem nachwachsenden Rohstoff leben.  

Ganz nebenbei wurde auch die neue Stromtankstelle präsentiert. Ein Unikum und sicherlich einzigartig in Deutschland. Es wurde eine ehemalige Benzintankstelle aus den 50er Jahren umgebaut zu einer 2 * 22 KW – Schnelllade-Zapfstelle, damit auch in Zukunft die Mobilität „Freude am Fahren bereitet“.

Erfolgreiche Rotorsternmontage am Windrad der Wäller Energie eG

Am vergangenen Dienstag, den 08.08.2017 konnte gegen die Mittagzeit eine kurze Windflaute genutzt werden um den letzten spektakulären Teil unseres Windradbaus zu beenden. Es ist vollbracht: In gut 140m Höhe wurde der Rotorstern mit dem Turbinenhaus der Schütz VT110 verbunden.

Ende des Monats soll die neue Anlage dann final in Betrieb genommen werden und die Einspeisung der Energie ins Netz erfolgen.

Schweizer Fernsehen berichtet über unsere Pellet-Heizzentrale im Wallis

Heute wurden Filmaufnahmen über die Energiewende in der Schweiz und deren positive Beispiele gedreht. Das Fernwärmeprojekt in Anzère, welches mit Pellets aus dem Wallis versorgt wird und immerhin 4.000 von 8.000 Betten des Feriendorfes mit grüner Fernwärme versorgt, wurde u.a. ausgewählt. Bereits die Filmaufnahmen waren eine total coole Aktion.

Die Sendung wird Ende Juli im TSR ausgestrahlt. Überraschenderweise kamen die Redakteure mit einem VW-Bus T2, der auf E-Mobilität umgestellt wurde. Der VW-Bus hat keine Abgassteuerung, sondern eine Batteriesteuerung. Die 30 kWh – Batterie wird über einen Typ 2 Stecker mit maximal 22 KW geladen. Die PS durften durch den Umbau nicht erhöht werden, damit der Wagen die Zulassung nicht verliert und somit kommt der Bulli mit knapp 30 KW Antriebsleistung aus.

09.05.2017 - DER TAG DER KRÄNE!

Unsere Baustellen gehen gut voran. Nicht nur die Windkraftanlage (Repowering) wächst jeden Tag, sondern auch unser SEO-Werk in Langenbach. Ein Spezialtransport brachte aus dem Sauerland die Dachkonstruktion mit Leimbindern von bis zu 42 Metern Länge und einer maximalen Dicke von 2,33 Metern. Holz wärmt also nicht nur gut, sondern baut auch!

Es waren bei uns im Betrieb zeitweise 4 schwere Autokräne und mehr als 15 Hebebühnen, Stapler und Bagger im Einsatz.

Der E-Mobilität auf die Sprünge helfen

April 13, 2017

Gemeinschaftsprojekt der Bad Marienberger - Werbegemeinschaft, der Stadt Bad Marienberg, Dr. Brossette und MANN Naturenergie für kostenloses Tanken in der Bismarckstraße.

Bad Marienberg, den 05.04.2017
Unter Teilnahme der Stadtbürgermeisterin Sabine Willwacher, Andreas Giehl(Vorsitzender der Werbegemeinschaft), Hauseigentümer Dr. Josef Brossette und Markus Mann (MANN Strom), wurde am Mittwoch die neue E-Tankstelle offiziell in Betrieb genommen.
Die Errichtung erfolgte auf Initiative des Notars Dr. Brossette, der in der Bismarckstraße 43-45 ein Gebäudekomplex in barrierefreie Wohnungen umbauen hat lassen. Es brauchte nicht viel, um Markus Mann von der MANN Naturenergie aus Langenbach von der Idee zu überzeugen.

Nach einer Ortsbesichtigung mit der Stadtbürgermeisterin Frau Sabine Willwacher, dem Bauausschuss und Andreas Giehl von der Werbegemeinschaft Bad Marienberg wurde der Standpunkt für die Elektroladesäule festgelegt. Dr. Brossette stellt den Raum für den Schaltschrank, die Stadt Bad Marienberg zweiParkplätze und die Werbegemeinschaft hat sich an den Kosten der Installation beteiligt.

Nun können Elektroautos bequem über einen Ladestecker Typ 2 oder eine 220V Schuko Steckdose nachgeladen werden, während man die Zeit für einen Bummel durch die Geschäfte nutzt oder sich eine Pause in einem der Cafés oder Restaurants gönnen kann.

Neue Arbeitsplätze in der Region zur Verarbeitung vom Wäller-Holz

Endlich ist das Wetter so, wie man es sich vorstellt für eine Baustelle. Sonnenschein und warme Temperaturen, lassen unser Bauvorhaben gut voran schreiten. Das war leider im Januar und Februar nicht so. Das Herz des Pelletproduzenten hat zwar im Januar höher geschlagen aber der Bauherr war unglücklich mit den Rahmenbedingungen. Der März war aber gut.

Wesentliche Schritte sind getan und aktuell sind große Flächen schon befestigt und Teile der neuen Gebäude fertiggestellt. Ab April können wir die neue Spänehalle beziehen und ab Ende Mai werden wir die Maschinen in die insgesamt 3.400 qm Produktions- und Lagerhallen einziehen lassen. Spätestens ab September möchten wir die Produktion unserer SEO-Anlage hoch fahren. Dann gibt es von unserem Standort neben Pellets auch Bretter und Kanthölzer, die wir in der Region vermarkten werden. Gleichzeitig fallen Späne an, die unsere Pelletproduktion steigen lässt, ohne zusätzliche LKW auf die Straße zu schicken.

Umsetzung der Repoweringanlage

Nach 7 Jahren Planungs- und Genehmigungsphase kann nun endlich unser Repoweringanlage (3,20 MW) umgesetzt werden. Dieses einzigartige und extrem regionale Energiewende-Projekt wird derzeit umgesetzt. Unsere Wäller-Energiegenossenschaft hat 323 Mitglieder, fast alle aus der Region Westerwald.
 
Ausführende Firmen sind:

  • Risikoträger bis zum Baubeginn – Buhl & Mann GbR, Langenbach
  • Planungs- und Entwicklungsarbeiten – MANN Energie – Langenbach
  • Tiefbau – Fa. Reuscher aus Rennerod /Ww.
  • Fundamentarbeiten – Fa. Wengenroth aus Niederdreisbach
  • Turm – Fa. Drössler aus Siegen
  • Fertigung, Lieferung und Montage der Windkraftanlage - Fa. Schütz aus Selters

 Wenn Sie sich regelmäßig über den Projektstand informieren wollen, besuchen Sie unser „Bautagebuch“ auf der Homepage der Wäller-Energie eG
www.waeller-energie.de

Firma MANN sorgt vor – Installation eines Defibrillators

In Deutschland treten jährlich 140.000 Fälle von plötzlichem Herztod auf, 80 % davon sind ausgelöst durch ein Kammerflimmern. Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Eintritt dessen liegt bei rund 5 %.

Um dem entgegenzuwirken und im Notfall gerüstet zu sein, hat sich die Firma MANN mit einem AED, einem automatisierten, externen Defibrillator ausgestattet. Am 30. Januar diesen Jahres wurde das Gerät im Unternehmen installiert. Um eine fachgerechte Anwendung des lebensrettenden Gerätes zu gewährleisten bekamen die Mitarbeiter zunächst eine Einweisung in die Funktionsweise des AED. So kann im Ernstfall sofort eingegriffen und Leben gerettet werden.

Nach Eintritt eines Kammerflimmerns hat man 2 bis 8 Minuten, um den Patienten zu reanimieren. Jede Sekunde kann entscheidend sein, daher darf der Weg zum Defibrillator nicht zu weit sein. Aufgrund dieser Tatsache wurde der Defibrillator so installiert, dass er von jedem Mitarbeiter schnell zu erreichen ist und es nicht zu lange dauert, um einem Kollegen Erste Hilfe zu leisten. Zentral gelegen, zwischen den verschiedenen Hallen sind nun sowohl der Defibrillator, als auch der schon vorhandene Erste-Hilfe-Kasten platziert.

Nun ist die Firma MANN bestens ausgestattet, falls es doch einmal zu einem Ernstfall kommen sollte.

Offizielle Einweihung des SB-Pelletautomats durch Landrat Schwickert am HÜTER Einkaufszentrum in Wirges

Pellets ganz einfach selbst tanken, das können ab Januar Besitzer einer Pelletheizung oder eines Pelletofens am neuen Standort der pellets2go GmbH in Wirges. Die Anlage auf dem HÜTER-Gelände wurde am 16. Februar mit zahlreichen Aktionen rund um den ökologischen Brennstoff bei ungemütlichem Wetter eingeweiht.

Die neue Anlage ist bereits seit Anfang Januar geöffnet und besteht aus einem rund 14 Meter hohen Pelletsilo und einem beweglichen Abfüllstutzen. Kunden können mit einem Auto in die Anlage einfahren oder ein mitgebrachtes Gefäß unterstellen. An einem Bedienterminal wird die gewünschte Abfüllmenge eingestellt und der Rechnungsbetrag per EC- oder Kreditkarte bezahlt. Der Automat gibt daraufhin die gewünschte Menge Pellets aus – auf Wunsch auch in kleinen Mengen. Die Mindestabnahme liegt bei nur 20 Kilogramm.

Für Kunden besteht der große Vorteil darin, sich völlig flexibel mit Pellets versorgen zu können. Weitere Pluspunkte im Vergleich zur Sackware sind eine Preiseinsparung gegenüber üblichen Handelspreisen sowie die Vermeidung von unnötigem Plastikmüll. Ofenbesitzer sparen durch wiederverwertbare Gefäße am Automat schnell über 60 Plastiktüten pro Winter ein. Bekannt ist das Konzept durch die Firma Mann/Westerwälder Holzpellets, die eine nahezu baugleiche Anlage seit einigen Jahren in Langenbach erfolgreich betreibt. Mann ist auch in Wirges zusammen mit First Climate aus Bad Vilbel als Partner aktiv und engagiert. Die Pellets stammen somit aus heimischer Qualitätsproduktion. Gemeinsam vertreiben die Firmen das Konzept unter dem Namen pellets2go.

Am 16. Februar gab Landrat Schwickert im Beisein von Frank Sauter, Geschäftsführer HÜTER Einkaufszentrum, sowie Vertretern der Projektpartner auch nochmal offiziell den Startschuss für die Anlage. Rund um diesen offiziellen Teil gab es verschiedene Aktionen, die jedoch stark unter dem ungemütlichen Dauerregen litten. Auf dem Pelletgrill wurden Würstchen gegrillt und ein wärmender Punsch wurde auf einem Pellet-Kocher erhitzt. Besitzer einer Pelletanlage konnten außerdem ab der offiziellen Einweihung Pellets zum Happy-Hour-Preis von 220,00 € pro Tonne tanken. Wegen dem ungünstigen Wetter konnte diese Gelegenheit jedoch erst am Abend genutzt werden.

In Wirges steht der Automat auf dem Gelände des bekannten Nahversorgungszentrums HÜTER Einkaufszentrum. Hier sind verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, vom REWE-Markt über einen Toom-Baumarkt bis zu zahlreichen kleineren Märkten gegeben. Der SB-Pelletautomat erweitert das vielfältige Warenangebot des Einkaufszentrums. Der Standort ist gut erreichbar und insbesondere auch für Werbepartner sehr attraktiv. Eine zweite Anlage wurde zeitgleich in Baden-Württemberg in Lahr/Schwarzwald, am Oberrhein gelegen, aufgestellt. Partner ist hier ein Autohof mit angeschlossener Waschanlage für PKW und LKW.

Pellets2go möchte das Konzept des Pelletautomats auch auf weitere Standorte in Deutschland ausdehnen. Hierzu befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit interessierten Firmen und sucht weiterhin attraktive Standorte.

Weitere Informationen zum Konzept sowie den aktuellen, regionalen Pellet-Preisen finden Sie unter www.pellets2go.de

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Offizielle Einweihung des SB-Pelletautomats am HÜTER Einkaufszentrum in Wirges am 16.02.2017

Pellets ganz einfach selbst tanken, das können ab Januar Besitzer einer Pelletheizung oder eines Pelletofens am neuen Standort der pellets2go GmbH in Wirges. Die Anlage auf dem Gelände des HÜTER Einkaufszentrums wird am kommenden Donnerstag mit zahlreichen Aktionen rund um den ökologischen Brennstoff sowie besonders günstigen Pelletpreisen am Automat eingeweiht.

Die neue Anlage ist bereits seit Anfang Januar geöffnet und besteht aus einem rund 14 Meter hohen Pelletsilo und einem beweglichen Abfüllstutzen. Kunden können mit einem Auto in die Anlage einfahren oder ein mitgebrachtes Gefäß unterstellen. An einem Bedienterminal wird die gewünschte Abfüllmenge eingestellt und der Rechnungsbetrag per EC- oder Kreditkarte bezahlt. Der Automat gibt daraufhin die gewünschte Menge Pellets aus – auf Wunsch auch in kleinen Mengen. Die Mindestabnahme liegt bei nur 20 Kilogramm.

Bekannt ist das Konzept durch die Firma MANN Naturenergie / Westerwälder Holzpellets, die eine nahezu baugleiche Anlage seit einigen Jahren in Langenbach erfolgreich betreibt. MANN Naturenergie ist auch in Wirges zusammen mit First Climate aus Bad Vilbel als Partner aktiv und engagiert. Die Pellets stammen somit aus heimischer Qualitätsproduktion. Gemeinsam vertreiben die Firmen das Konzept unter dem
Namen pellets2go.

Am 16.02. ab 15.30 Uhr wird die Anlage dann feierlich von Landrat Schwickert eingeweiht.
Rund um diesen offiziellen Teil wird es verschiedene Aktionen geben. Auf dem Pelletgrill werden kostenlos Würstchen gegrillt und es wird Glühwein und Punsch geben. Für Besitzer einer Pelletanlage ist es obendrein möglich, ab der offiziellen Einweihung bis 20 Uhr am gleichen Tag Pellets zum Happy-Hour-Preis von 220,00 € pro Tonne zu tanken. Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen!

In Wirges steht der Automat auf dem Gelände des bekannten Nahversorgungszentrums HÜTER Einkaufszentrum. Hier sind verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, vom REWE-Markt über einen Toom-Baumarkt bis zu zahlreichen kleineren Märkten gegeben. Der SB-Pelletautomat erweitert das vielfältige Warenangebot des Hütermarkts. Der Standort ist gut erreichbar und insbesondere auch für Werbepartner sehr attraktiv. Eine zweite Anlage wurde zeitgleich in Baden-Württemberg in Lahr/Schwarzwald, am Oberrhein gelegen, aufgestellt. Partner ist hier ein Autohof mit angeschlossener Waschanlage für PKW und LKW.

Pellets2go möchte das Konzept des Pelletautomats auch auf weitere Standorte in Deutschland ausdehnen. Hierzu befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit interessierten Firmen und sucht weiterhin attraktive Standorte.

Weitere Informationen zum Konzept sowie den aktuellen, regionalen Pellet-Preisen finden Sie unter http://www.pellets2go.de/!

Generalversammlung der Wäller – Energie eG.

Wäller Energiegenossenschaft beschließt zwei Grünstrom-Projekte.

Daaden, den 20.12.2016 –  Unter dem Motto „Lokal handeln und die Energiewende zum Erfolg bringen“, konnte kurz vor Jahresende die Generalversammlung zwei Projekte beschließen. Nach mehr als 5 Jahren Planungs- und Genehmigungsphase kann nun in der ersten Jahreshälfte 2017 die Wäller Energie eG mit dem Bau und der Inbetriebnahme beginnen. Bei den Projekten handelt es sich um das Windkraft-Repowering in Oberdreisbach, sowie um eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des REWE Marktes in Daaden-Biersdorf.

Beide Projekte zusammen haben eine Investitionssumme von ca. 5,6 Mio. € und sollen fast vollständig mit Eigenkapital der Genossen gestemmt werden. Hierbei stellt das Windrad zwischen den Ortschaften Langenbach - Weitefeld - Friedewald, mit Abstand das größte Volumen von fast 5,5 Mio. € dar.

Zunächst war eine Nordex – Anlage genehmigt und geplant. Inzwischen hat man aber die Weichen dafür gestellt, dass eine 100% regionale Lösung umgesetzt werden kann. Zahlreiche Mitglieder hatten im Herbst die Chance zur Besichtigung der Fa. Schütz im Werk Siershahn wahrgenommen und die lokale Fertigung in Augenschein genommen. Der Wäller-Energie Vorstand hat nun die Aufgabe, die Verträge mit der Firma Schütz im Detail zu verhandeln und abzuschließen. Es handelt sich um eine 3,2 MW-Anlage mit einem Rotordurchmesser von 110 Metern auf einem Turm mit einer Nabenhöhe von 143 Metern. Durch die Nähe zu den Ortschaften werden Maßnahmen wie Schattenwurfabschaltung und schallreduzierten Nachtbetrieb umgesetzt. Umfängliche avifaunistische Untersuchungen im Vorfeld, sowie neue Gesetzeslagen führen gegenüber den zu demontierenden Windkraftanlagen zu Anlagenabschaltungen bei Vogelzug, sowie in Zeiten der intensiven Nahrungssuche von Fledermäusen und Rotmilanen.

Trotz aller Maßnahmen und Abschaltungen zum Schutz von Mensch und Natur erwartet man den fast zehnfachen Stromertrag gegenüber der vorherigen Situation mit den vier alten Windkraftanlagen. In einem Normaljahr rechnet man mit 9,24 Mio. kWhWindernte. Durch Sicherheitsabschläge für windschwache Jahre und Abschläge für eventuelle technische Ausfällereduziert sich die erwartete Stromerzeugung auf 8,1 Mio. kWh pro Jahr. Diese Strommenge entspricht dem Bedarf von ca. 8.000 Menschen. 

Bei dem Photovoltaik-Projekt handelt es sich um eine Anlage mit fast 100 KW-Leistung. Die Anlage in Biersdorf wird jährlich ca. 95.000 kWh – Sonnenstrom produzieren, welcher größtenteils direkt von Christian Schusters REWE-Markt verbraucht wird. Gleichzeitig wird eine Stromtankstelle für die Kunden des Marktes installiert. Hier kann dann kostenlos während der Einkäufe bzw. beim Bäckereiaufenthalt, das E-Bike oder das E-Auto aufgetankt werden.

Bei der Generalversammlung im Bürgerhaus wurde aber auch deutlich darauf hingewiesen, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt und man sein eingesetztes Kapital riskiert. In den ersten Betriebsjahren wird mit einer Rendite von 3 – 4% auf das eingesetzte Kapital gerechnet.

Die im Jahr 2012 gegründete Wäller Energiegenossenschaft hat derzeit 264 Mitglieder, welche fast alle in der Region beheimatet sind. Nach Beschluss der Gremien können bis zu 500 Mitglieder aufgenommen werden, vorzugsweise aus dem direkten Umfeld um die Anlagen. Bis zum 15.01.2017 besteht noch die Möglichkeit der Genossenschaft beizutreten. Weitere Infos unter www.waeller-energie.de

Ziel der Bürgergenossenschaft ist deren lokales Engagement. „Die Beteiligung an Kraftwerken in der Region ist sicht- und greifbar. Das ist ein großer Unterschied zu irgendwelchen anonymen Fonds, welche fossile Energie in den Urwäldern von Canada fördern!“, betont der Vorstandsvorsitzende Markus Mann und lässt nicht locker bei seiner Aussage „Wer Energie importiert, exportiert die Umweltschäden in die Welt!“. Der bekannte Fernsehmoderator Dr. Franz Alt, ging mit seiner Aussage bei einem Besuch im Westerwald sogar noch weiter und sagte: „Jedes Windrad im Westerwald ist ein Friedenssymbol, denn um Wind wurde noch kein Krieg geführt!“.

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein-Westerwald zu Besuch bei MANN Energie

Das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein-Westerwald besuchte uns im Rahmen seiner Projektreise und wurde begleitet von „Klimareportern“ der Grundschule Moselweiß – Klassenstufe 4.
Mit großem Interesse verfolgten die jungen und junggebliebenen Gäste die Vorstellung der Aktivitäten der MANN Gruppe. Ebenso wurde das Projekt SEO-Anlage präsentiert und eine Baustellenbesichtigung folgte.

Unser innovatives Sägewerksprojekt mit dem Titel SEO-Anlage (Stofflich-Energetische Optimierungsanlage), soll im 3. Quartal 2017 in Betrieb gehen und wird im Vollbetrieb ab Sommer 2018, ca. 4.300 to CO2 jährlich einsparen. In Deutschland dürfen neue PKW ab 2015 noch 130 Gramm CO2/KM ausstoßen. Die durch das SEO-Projekt eingesparte Menge an CO2, entspricht somit einem Emissionsäquivalent von 3,3 Mio. PKW-Kilometer!
 
Besuchen Sie auch den Link zum Klimaschutzbündnis unter: http://klimaschutznord.bund-rlp.de/themen_projekte/regionale_klimatour/

Steigende EEG-Umlage

Können wir uns die Energiewende noch wirklich leisten?


Jedes Jahr im Oktober wird die EEG-Umlage für das nächste Jahr festgelegt. Durch die EEG-Umlage hat die Energiewende ein vermeintliches Preisschild und viele halten sie inzwischen für unbezahlbar. Doch sind nur die erneuerbaren Energien für die steigenden Preise verantwortlich, sind fossile Energien wirklich preiswerter und können wir uns die EEG-Umlage bald wirklich nicht mehr leisten? Diese und andere Fragen beantwortet das Video.

Quelle: Prof. Dr. Volker Quasching

15. Langenbachlauf

Autor: Daniel Rahn
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Die freiwillige Feuerwehr Langenbach organisierte auch in diesem Jahr wieder ihren mittlerweile 15. Langenbachlauf. Bei herrlichem Wetter nahm unsere MANNSchaft mit insgesamt 7 Mitstreitern an der gelungenen Veranstaltung teil. Dabei teilten wir uns ungewollt gleichmäßig auf die einzelnen Wettbewerbe, die 5 und 10 Kilometer Strecke sowie den Halbmarathon auf.

Für meine Frau Steffi und mich war es der erste Halbmarathon überhaupt. Nach 21,1 Kilometern stoppte unsere Zeit in etwa der Region des äthiopischen Superstars Kenenisa Bekele bei seinem Sieg beim diesjährigen, auch an diesem Wochenende stattgefundenen, BERLIN-MARATHON. Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass diese Jahresweltbestzeit von 2 Stunden, 3 Minuten und 3 Sekunden (zweitschnellster Marathonläufer aller Zeiten) natürlich in seinem Falle auf die Marathondistanz erlaufen wurde.

PEDELECS BESTEHEN HÄRTETEST IM WESTERWALD

Start der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ im Westerwald. E-Bike-Tour besichtigt Vorzeigeprojekte im Landkreis.

Im Rahmen der Aktionswoche der Energieagentur Rheinland-Pfalz hatten das Regionalbüro Westerwald, die Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und der Westerwald Touristik-Service am Samstag, den 17. September, zu einer Pedelec-Tour der besonderen Art eingeladen. In vier Etappen steuerte die Tour vorbildliche Projekte erneuerbarer Energien in der Region an. Die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über Windenergie, Photovoltaik, Solarthermie und Biomassenutzung zu informieren und erste Erfahrungen mit dem Pedelec zu sammeln.

Die Westerwald Energy Tour führte auch in diesem Jahr wieder zu vorbildlichen Projekten in der Region. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Mirjam Rein)

Trotz Tretunterstützung durch die Pedelecs kam der sportliche Aspekt bei der Tournicht zu kurz: Rund 50 km und 800 Höhenmeter hatte die über 20-köpfige Gruppe bewältigt, als sie am Nachmittag ihr letztes Etappenziel erreichte, den energieeffizienten Campingplatz „Im Eichwald“ in Mittelhof. Von dort war die Tour am Vormittag gestartet. Anlass des ersten Stopps war die Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Kausen und eine Kleinwindkraftanlage in Elkenroth. Vor dem Hintergrund informierte Stefan Glässner, Klimaschutzmanager des Landkreises Altenkirchen, dass sich eine Photovoltaik-Dachanlage für private Haushalte trotz gesunkener Einspeisevergütung nach wie vor lohne – nämlich dann, wenn die Anlagengröße möglichst gut auf den eigenen Strombedarf abgestimmt ist. Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch die bevorstehende Stromspeicherkampagne, die jetzt im Landkreis anläuft.

Das nächste Etappenziel und quasi Highlight der Tour war der Besuch bei der ältesten kommerziell betriebenen Windenergieanlage von Rheinland-Pfalz in Langenbach bei Kirburg. Auf dem Weg dorthin passierte der Tross zwischen Neunkhausen und Weitefeld den Standort, wo Anfang der 1980er Jahre der Bau eines Kohlekraftwerks geplant war. Die Umsetzung scheiterte damals weil die Versorgung des Kraftwerks mit Kühlwasser zu aufwändig gewesen wäre. Es sollte anders kommen auf dem Westerwälder Hochplateau: 1991 errichtete Markus Mann dort die erste Windenergieanlage in Rheinland-Pfalz – mit einer Leistung von 150 Kilowatt. Es habe viele Skeptiker gegeben, berichtete Mann, er sei damals aber mit dem Willen angetreten, das Gegenteil zu beweisen. Die Anlage läuft nun seit 25 Jahren einwandfrei. Markus Mann wird dem Oldtimer weiter eine Chance geben: „Das Windrad kann jetzt den Beweis antreten, wie lange es läuft.“ Im Gegenteil zu vier anderen Anlagen zwischen Weitefeld, Friedewald und Langenbach. Die in die Jahre gekommenen Anlagen werden bald zurückgebaut und durch eine neue Windenergieanlage der 2,4-Megawattklasse ersetzt, die den zehnfachen Stromertrag liefert. Das Projekt „Repowering Oberdreisbach“ der Bürgerenergiegenossenschaft Wäller Energie wird rund 9000 Menschen mit Strom versorgen.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss setzten sich die Tourteilnehmerinnen und -teilnehmer wieder in Bewegung – bergab und gleichzeitig batterieschonend in Richtung Betzdorf, wo Dirk Eiteneuer vom Gebäudemanagement der Altenkirchener Kreisverwaltung ein innovatives Projekt an der berufsbildenden Schule vorstellte. An der BBS Betzdorf-Kirchen wird die Heizungsanlage derzeit auf regenerative Energien umgestellt. Ein neues Heizungssystem basierend auf Holzhackschnitzeln und Solarthermie ersetzt die alte Gasheizung. „Durch die Umstellung können jedes Jahr rund 300 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden werden“, führte Klimaschutzmanager Stefan Glässner aus.

Danach kehrte die Tour zur Energiemesse „Westerwald-Power – Energie vor Ort“ auf den Campingplatz nach Mittelhof zurück. Bei einem kurzen Rundgang veranschaulichte Matthias Weber, der den klimafreundlichen Betrieb für die Hatzfeldt-Wildenburg‘sche Verwaltung betreut, den Gästen, was vor Ort bereits alles umgesetzt wurde. Der Campingplatz wird mit einer Heizungsanlage versorgt, die mit Holzhackschnitzeln betrieben wird; außerdem sind zwei Photovoltaikanlagen in Betrieb. Eine Anlage speist den Strom ins Netz ein, die andere ist für den Eigenverbrauch ausgelegt. „Wir würden gerne noch mehr Sonnenenergie nutzen, aber uns fehlen leider die Dächer!“, erklärte Matthias Weber. Zudem wurde die Außenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet.

Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, lobte das Engagement der Projektbeteiligten und zeigte sich begeistert: „Die Projekte zeigen, dass sich Investitionen in erneuerbare Energien lohnen und die Technik funktioniert – und das stellenweise bereits seit einem Vierteljahrhundert“.

„Täglich kommen neue Ideen“

Nicht sägefähiges Holz länger nutzbar machen: in Langenbach hat man die Lösung und spart dabei CO2

Die Region stärken und die Umwelt schonen: das sind zwei der wichtigsten Ziele, die die Firmengruppe MANN verfolgt. Ein Projekt, das beides vereint und dabei noch wirtschaftlich viel bringt, ist das neue SEO Sägewerk. Was sich hinter den drei Buchstaben verbirgt? Eine Anlage zur „stofflich energetischen Optimierung von bislang nicht sägefähig geltendem Rundholz“. Und dahinter wiederum steckt eine nie dagewesene Konstruktion, „made in Langenbach“.

Foto oben: Das Tiefbauunternehmen Reuscher aus Rennerod hat den Auftrag erhalten. Gemeinsam haben Markus Mann, Daniel Rahn, Joachim Reuscher, Marcel Funke (bei Reuscher für Vermessung zuständig), Oliver Schmidt, der bei Reuscher die Bauleitung übernimmt, und Thomas Mann (von links) nun die Arbeiten für das SEO-Sägewerk gestartet

Wie heißt es so schön? „Alle sagten, es geht nicht, bis einer kam und es einfach machte.“
Ein Spruch, der auf die gesamte Unternehmensphilosophie Markus Manns ebenso zutreffen mag wie auf die SEO Anlage, zu deren Bau auf dem Langenbacher Firmengelände jüngst der erste Spatenstich erfolgte. Wobei, „einfach“ ist sicher nicht vieles an der Konstruktion eines komplett neuartigen Sägewerks!

Daniel Rahn, Projektingenieur bei MANN, hat sich der anspruchsvollen Aufgabe gestellt, „vorhandene Techniken in einer neuen Konzeptionierung aneinander zu reihen“, wie es im Bauantrag heißt. „Das ist total herausfordernd, genau mein Ding!“, freut sich Rahn. Neben ihm und Geschäftsführer Markus Mann seien etwa die Bereichsleiter und Prokurist Jörg Thielmann in das Projekt eingebunden; letzterer, „um zu prüfen, ob finanziell auch tragbar ist, was der Ingenieur und sein Chef aufs Zeichenbrett bringen“, schmunzelt Daniel Rahn. Die exakten Schritte, um das „bislang nicht sägefähig geltende Rundholz“ nun „stofflich energetisch zu optimieren“, sind natürlich streng gehütetes Betriebsgeheimnis – gerade bei einem so einzigartigen Unterfangen durchaus verständlich.

Umso mehr lässt sich zum Nutzen sagen, den die SEO Anlage für Umwelt, Region und nicht zuletzt ihren Betreiber selbst bietet. Dazu muss man zunächst einmal wissen, was nicht sägefähiges Holz überhaupt ist. Die Sägeindustrie benötigt sogenanntes „flüssig gewachsenes Holz“, was auf einen Stamm zutrifft, der möglichst gerade gewachsen ist und nur wenige Äste aufweist. Solches Holz, das zudem keine Faulstellen oder sonstige Makel zeigt und sich als Furnierholz eignet, wird der Güteklasse A zugeteilt. B Holz ist von normaler Qualität, besitzt wenige Äste und/oder eine geringe Krümmung und lässt sich als typisches Bauholz verwenden. C Holz weist bereits zahlreiche „Mängel“ auf, man kann es aber gewerblich und in Teilen noch als Bauholz nutzen. Von geringster Güte ist Holz der Kategorie D. Es ist faul und krank, oft extrem gekrümmt, mit dicken Ausbuchtungen versehen und mit zwei bis 2,5 Metern verhältnismäßig kurz, sodass es als nicht sägefähig gilt. Daher wandert es zumeist in die Brennstoffproduktion, wird also verfeuert.

Zweck der neuen SEO Anlage in Langenbach ist es nun, eben diese minderwertige Holzklasse so zu sortieren und aufzubereiten, dass ein möglichst hoher Anteilstofflich genutzt werden kann – also nicht als Brennmaterial, sondern etwa in Form von Verpackungsholz oder in Form einer Europalette. Durch diese Verwendung wird der Lebenszyklus des nachwachsenden Naturrohstoffes verlängert: Ein Stamm von geringer Qualität überdauert sechs Jahre länger (der durchschnittlichen Lebenszeit einer Palette entsprechend), anstatt vom Wald direkt in den Häcksler zu gelangen.„Kaskadennutzung“ nennen die Fachleute eine solche besonders nachhaltige Verfahrensweise, in der ein und derselbe Rohstoff mehrere Verwertungsstufen durchläuft: im Falle des D Holzes zunächst stofflich als Palette, dann später energetisch zum Beispiel als Brennstoff in einem Biomasse Heizkraftwerk.

Hinzu kommt, dass Paletten normalerweise aus dem höherwertigen C Holz gefertigt werden. Verwendet man aber dafür nun D Holz, kann entsprechend viel C Holz eingespart werden. Dieses nicht gefällte Holz verbleibt somit mindestens sechs Jahre länger – nämlich so lange, wie die D Holz Palette im Umlauf ist – im Wald, was über diesen Zeitraum eine CO2 Einsparung von 120 Kilogramm pro Tonne Holz bedeutet.

Die größte Kohlenstoffdioxid Ersparnis ermöglicht das neue Sägewerk mittels effizienterer Transportwege. MANN kann das aus D Ware entstehende Verpackungsholz an den lokalen Palettenproduzenten verkaufen, der seinen Rohstoffbedarf bislang im fernen Baltikum und Russland deckt. Fast 1,3 Millionen Kilometer LKW Transportwege fallen damit weg! Wenn man von 60 Gramm CO2 pro Tonne und Kilometer ausgeht, ergibt sich dadurch eine Reduktion um knapp 1.943 Tonnen des umweltschädlichen Treibhausgases pro Jahr. 1,3 Millionen LKW Kilometer spart das Werk im Ein-Schichtbetrieb. Spätestens ab Sommer 2018 soll die Produktion auf Zwei-Schichtbetrieb umgestellt werden. Somit verdoppelt sich die Einsparung für Mensch und Umwelt noch.

Ein weiterer positiver ökologischer wie ökonomischer Effekt des neuen Werkes ist die dann bedeutend geringere Menge an benötigten Sägespänen von außerhalb. „Mit dem neuen SEO Werk werden wir nicht nur unser Produktsortiment und die Fertigungstiefe erweitern, sondern auch erheblich den Transport von Sägespänen zum Werk in Langenbach reduzieren. Die Späne und Hackschnitzel sind dann ganz einfach vor Ort“, betont Markus Mann. Hier ergibt sich eine weitere CO2 Einsparung von rund 200 Tonnen allein im ersten Betriebsjahr. Ausgehend von den beiden genannten Logistikvorteilen, wurde eine CO2 Gesamtvermeidung von 2.143 Tonnen im ersten Betriebsjahr der Anlage berechnet.

Dabei aber soll es nicht bleiben: Ab dem dritten Jahr wird der Logistikbereich eine Einsparung von sage und schreibe 4.287 Tonnen Kohlenstoffdioxid einbringen. Damit neutralisiert das innovative Sägewerk dann pro Tag mit circa 11,7 Tonnen ziemlich genau den CO2 Fußabdruck, den ein Deutscher (je nach Quelle elf bis zwölfeinhalb Tonnen) durchschnittlich in einem ganzen Jahr hinterlässt! Oder andersherum gerechnet: Pro Jahr wird durch das Sägewerk so viel CO2 eingespart, wie eine Großstadt wie Würzburg mit rund 127.000 Einwohnern am Tag in die Luft pustet. Das Projekt ist somit ein Musterbeispiel für heimische Wertschöpfung, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt.

Insbesondere die heimischen Forstbetriebe profitieren überdies: Mussten Fuhrunternehmen bislang mehrmals die gleiche Forststraße passieren, um nacheinander unterschiedliche Holzqualitäten abzuholen, können nun gemischte Sortimente gemeinsam abtransportiert werden. Denn am Standort der SEO Anlage kann „flüssig gewachsenes“ Holz auf demselben Sortierstrang angeliefert werden wie D Ware und reines Energieholz. Alles findet irgendwo Verwendung: ob in der Profilier und Sägelinie, dem Pelletwerk oder im Biomasse Heizkraftwerk. Minderfrachtzuschläge und somit Kosten für den Waldbesitzer entfallen hierdurch.

Wenn man sich als Unternehmer überlegt, was der Region gut tut, dann ist die Schaffung von Arbeitsplätzen zu berücksichtigen. Wird die neue Anlage bis 2019 zum Zwei-Schichtbetrieb ausgebaut, bietet sie zwölf Menschen einen neuen Job. „Im Energiesektor beschäftigen wir dann etwas mehr als 50 Mitarbeiter. Weitere 50 Mitarbeiter finden am Standort Langenbach bei meinem Bruder Thomas Mann in der Spedition Beschäftigung und arbeiten eng verzahnt mit dem Energiesektor“, betont Markus Mann. Die Umsetzung eines nie dagewesenen Vorhabens gelingt naturgemäß nicht zum Nulltarif: Die Eigeninvestition in die SEO Anlage wird mit circa 7,5 Millionen Euro beziffert. Markus Mann erläutert: „Durch das neue SEO Projekt erhöht sich der Rohstoffeinkauf bei den Waldbesitzern um jährlich 5,6 Millionen auf 8,9 Millionen Euro und die Bruttowertschöpfung des Werkes um 2,1 Millionen.“ Somit werde ein Gesamtumsatz aus dem Werk in Langenbach in Höhe von circa 15,7 Millionen Euro generiert und in der Region umgesetzt. Etwa indem mit Waldbesitzern der Umgebung statt mit baltischen oder russischen Handel betrieben wird oder indem Arbeitslöhne vor Ort gezahlt werden anstatt in weiter Ferne. „Ein Paradebeispiel für heimische und nachhaltige Rohstoffnutzung sowie die Reduzierung von Importabhängigkeit“, ist Firmenchef Mann stolz auf das Pionier Projekt.

Die Initialzündung erfuhr das Vorhaben SEO Anlage durch einen Besuch der Langenbacher in einem Sägewerk in der Bretagne. „Dort wurden aus völlig krummen Kiefern gerade Bretter geschnitten. Aus so mangelhaftem Holz noch solche ,Filetstücke‘ zubekommen, hat uns beeindruckt“, erinnert sich Daniel Rahn. Von der damals entstehenden Idee für Langenbach bis zum Baubeginn brauchte es zwei Jahre. Und obwohl aktuell schon Tiefbauarbeiten erledigt werden und man Mitte nächsten Jahres mit der Inbetriebnahme rechnet, „wächst das Projekt immer mit, kommen täglich neue Ideen“, verrät Ingenieur Rahn. Wie das eben so ist, wenn kreative Köpfe ein völlig neuartiges Konstrukt erdenken – und schließlich mit Leben füllen.